Die Weisheit der Dakota Indianer

"Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab!"

Aber wir sind schlauer:

  • Wir sagen: "So haben wir das Pferd doch immer geritten."
  • Wir weisen den Reiter an, sitzen zu bleiben, bis das Pferd wieder aufsteht.
  • Wir stellen dem Reiter eine Beförderung in Aussicht.
  • Wir ordnen Überstunden für Reiter und Pferd an.
  • Wir schließen mit dem Reiter eine Zielvereinbarung über das Reiten toter Pferde.
  • Wir gewähren dem Reiter eine Leistungspämie, um seine Motivation zu erhöhen.
  • Wir schicken den Reiter auf ein Weiterbildungsseminar, damit er besser reiten lernt.
  • Wir organisieren regelmäßige Teamgespräche mit einem externen Supervisor, um die Kommunikation zwischen Reiter und totem Pferd zu verbesseren.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die darauf hinweisen, dass das Pferd tot ist, werden als Bedenkenträger angeprangert und zu Motivationsseminaren "Positiv denken in der Verwaltung" angemeldet. (Vorschlag von Andrea Hofer)
  • Wir praktizieren "Lean-Horse-Management", d.h. wir führen Schulungen mit dem Reiter durch, um das tote Pferd mit Hilfe einer optimierten Ernährung von überflüssigen Pfunden zu befreien. (Vorschlag von Thomas Brinkmann)
  • Wir schlagen dem Personalrat vor, Leistungsanreize für tote Pferde einzuführen.
  • Wir erläutern dem Pferd, dass sein Verhalten zur Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen führen könnte.
  • Wir sourcen den Stall für tote Pferde aus, um Futterkosten zu sparen. (Vorschlag von "asterio")
  • Wir setzen den Reiter um und schreiben die Stelle verwaltungsintern aus.
  • Wir schreiben die Stelle des Reiters des toten Pferdes bundesweit aus, nachdem sich aus dem eigenen Haus kein qualifizierter Bewerber gefunden hat.
  • Wir besorgen eine größere Peitsche.
  • Wir verdoppeln die Futterration für das Pferd.
  • Wir wechseln den Pferdelieferanten.
  • Wir wechselnd den Futterlieferanten.
  • Wir wechselnd das Stroh im Stall aus.
  • Wir lassen den Stall renovieren.
  • Wir schließen mit dem Personalrat eine Dienstvereinbarung über den Einsatz toter Pferde in der Verwaltung.
  • Wir berufen einen ämterübergreifenden Arbeitskreis, um das tote Pferd zu analysieren.
  • Wir besuchen andere Verwaltungen, um zu sehen, wie man dort Pferde reitet.
  • Wir stellen fest, dass die anderen auch versuchen, tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand.
  • Wir schließen uns einem interkommunalen Vergleichsring an, um entsprechend dem best-practice-Gedanken das tote Pferd zu optimieren.
  • Wir bringen im Rahmen des Budgets die Produkt- und die Finanzverantwortung des toten Pferdes zur Deckung.
  • Wir starten einen verwaltungsinternen Ideenwettbewerb zum Reiten toter Pferde.
  • Wir ernennen einen Verwaltungsmitarbeiter zum Beauftragten für das Totepferdewesen.
  • Wir beauftragen eine renommierte Beratungsfirma mit einem Gutachten, ob es billigere und leistungsfähigere tote Pferde gibt.
  • Das Gutachten stellt fest, dass das tote Pferd kein Futter benötigt und empfiehlt, nur noch tote Pferde zu verwenden.
  • Ein Ergänzungsgutachten ergibt, dass die Leistung des toten Pferdes etwa doppelt so hoch ist wie die Arbeitsleistung eines durchschnittlichen Beamten und empfiehlt die Verbeamtung des Pferdes. ("Häh???")
  • Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  • Wir lassen das tote Pferd nach DIN EN ISO 9001 zertifizieren.
  • Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
  • Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
  • Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
  • Zur Steigerung der Effizienz stellen wir einen Antrag auf Förderung beim Bund und schreiben öffentlich ein Upgrade "Totes Pferd 2.0" aus. (Thomas Dieckmann)
  • Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie gemeinsam schneller werden.
  • Wir erklären: "Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht doch motivieren könnte."
  • Wir beantragen Fördermittel der EU aus dem Landwirtschaftsfond für Pferdehaltung.
  • Alternativ schlagen wir vor, das tote Pferd als EU-Kommissar nach Brüssel zu berufen.
  • Wir erklären: "Wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen".
  • Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
  • Wir überarbeiten die Dienstanweisung für das Reiten von Pferden.
  • Wir richten einen unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
  • Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements das tote Pferd als bewegliches Anlagevermögen zu bewerten ist.
  • Wir definieren ein eigenes Produkt "Reiten toter Pferde".
  • Wir erstellen eine Power-Point-Präsentation, um zu zeigen, was das Pferd könnte, wenn es denn nicht tot wäre.
  • Wir bilden innerhalb der Verwaltung ein neues Sachgebiet mit Integration aller toten Pferde, um Synergieeffekte zu nutzen.
  • Wir überlegen die Gründung einer kommunalen GmbH für tote Pferde, nachdem die Einrichtung eines optimierten Regiebetriebes bzw. eines Eigenbetriebes keinen Erfolg brachte.
  • Wir suchen einen finanzstarken Partner aus der Privatindustrie und gründen zusammen mit dessen toten Pferden ein Public-Private-Partnership-Projekt.
  • Wir tauschen das tote Pferd gegen ein anderes totes Pferd aus, das laut Produktbeschreibung schneller läuft.
  • Wir tauschen das tote Pferd gegen eine tote Kuh aus.
  • Wir erschießen alle lebendigen Pferde, um die Chancen unseres toten Pferdes zu erhöhen. (Vorschlag Thomas Vogler)
  • Im Rahmen eines internationalen Artenschutzabkommens verpflichten sich alle Partner, das Aussterben toter Pferde zu verhindern. (Anregung Heide Stan)
  • Wir kündigen nach Anhörung des Personalrates dem Pferd fristlos, da es sich um einen klaren Fall von Arbeitsverweigerung handelt.
  • Wir verklagen das Pferd zivilrechtlich auf Schadensersatz wegen Nichterbringung einer zugesicherten Leistung.
  • Wir gründen ein Crowdfunding-Projekt, damit Andere auch die Chance erhalten, ein totes Pferd zu reiten. (Thomas Dieckmann 2018)
  • Wir lassen "Totes Pferd" patentieren und markenrechtlich schützen, damit wir Nachahmer zur Kasse bitten können. (Thomas Dieckmann 2018)
  • Wir wenden die Helmut-Kohl-Strategie an: Wir setzen uns hin und warten sechzehn Jahre, ob das Pferd sich nicht einfach nur tot stellt.
  • Wir wenden die Gerhard-Schröder-Strategie an: Wir schnallen dem toten Pferd einen leichteren Sattel um, damit es die Chance hat, sich wieder von selbst zu erholen.
  • Wir wenden eine der beiden Angela-Merkel-Strategien an:
  • a) Alle dürfen munter sich widersprechende Vorschläge machen und am Schluss ist der Koalitionspartner schuld, wenn das Pferd sich nicht bewegt.
  • b) Erst fordern, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden muss, dann das tote Pferd als alternativlos präsentieren und ihm danach das Vertrauen aussprechen (Holger Emden).
  • Wir erklären, daß ein totes Pferd von Anfang an unser Ziel war.
  • Wir behaupten, das tote Pferd sei von den Vorgängern beschafft worden. (Thomas Dieckmann 2018)
  • Wir legen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und erklären, es sei seines.
  • Wir leugnen, jemals ein Pferd besessen zu haben.

 

 

Martina Flury